Berufsmaturität 2026: Alle Änderungen im Überblick
BM-Revision 2026: Englisch Pflichtfach, BM 1/BM 2-Wechsel, Blended Learning, IDPA-Vertiefung. Stand Mai 2026, klar erklärt.

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Stand Juni 2026, von der Redaktion checkeverything.ch.
Was ändert sich mit der Berufsmaturität 2026? Am 1. März 2026 ist die totalrevidierte Berufsmaturitätsverordnung in Kraft getreten — verabschiedet vom Bundesrat am 13. Juni 2025. Gleichzeitig erliess das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) den überarbeiteten Rahmenlehrplan. Die wichtigsten Neuerungen: Englisch wird Pflichtfach, wer BM 1 nicht besteht kann neu direkt zur BM 2 wechseln, und Blended Learning hält offiziell Einzug. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) ist die Berufsmaturität ein stark genutzter Bildungsweg: Die Berufsmaturitätsquote bis zum 25. Altersjahr lag 2023 bei rund 15,5 Prozent, was etwa 34'600 Abschlüssen entspricht.
Das Wichtigste in Kürze
Schnellorientierung: BM Revision 2026
- ✓ In Kraft: 1. März 2026 (Verordnung verabschiedet 13. Juni 2025)
- ✓ Englisch: Verbindlich als dritte Sprache für alle 5 Ausrichtungen
- ✓ BM1 nicht bestanden? Neu direkter Wechsel zu BM2 möglich
- ✓ Blended Learning: Digitale/hybride Lernformate offiziell anerkannt
- ✓ IDPA: Vertiefungsdiskussion als neues Prüfungselement
- ✓ Abschlussprüfungen: Kantonal/interkantonal vereinheitlicht
- ✓ Wer schon in der BM ist: Schliesst nach altem System ab
Die wichtigsten Änderungen im Überblick
| Bereich | Bisher | Ab 1. März 2026 |
|---|---|---|
| Englisch | Je nach Ausrichtung optional | Pflichtfach für alle Ausrichtungen |
| BM1 nicht bestanden | Kein direkter Wechsel zu BM2 | Direkter Einstieg in BM2 möglich |
| Semesterpromotionen BM2 | Nicht vorgesehen | Provisorische Promotion neu möglich |
| Blended Learning | Nicht offiziell anerkannt | In Rahmenlehrplan verankert |
| IDPA-Abschluss | Präsentation | Präsentation + Vertiefungsdiskussion |
| Abschlussprüfungen | Kantonal unterschiedlich | Kantonal/interkantonal vereinheitlicht |
| Anerkennung Bildungsgänge | Aufwändigeres Verfahren | Vereinfacht und digitalisiert |
BM 1 vs. BM 2: Der Unterschied — und was sich 2026 ändert
Viele verwechseln BM 1 und BM 2, dabei sind die Unterschiede erheblich.
| Merkmal | BM 1 | BM 2 |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Während der Berufslehre | Nach der Berufslehre |
| Form | Begleitend zur Lehre | Vollzeit oder berufsbegleitend |
| Dauer | 2–4 Jahre (je Ausrichtung) | 1–2 Jahre |
| Kosten öffentlich | In der Regel kostenlos | CHF 0–3'000/Jahr (kantonal) |
| Kosten privat | Meist günstiger | CHF 5'000–15'000/Jahr |
| Neu ab 2026 | — | Direkter Einstieg bei BM1-Nichtbestehen + provisorische Semesterpromotion |
Die neue Regel ist für viele Lernende eine echte Erleichterung: Wer die BM 1 nicht schafft, muss den Bildungsweg nicht abbrechen, sondern kann nach der Lehre direkt in die BM 2 einsteigen. Der Fachhochschulweg bleibt offen.
Englisch wird Pflichtfach — was konkret gilt
Ab dem Schuljahr 2026/27 führen alle fünf Ausrichtungen Englisch als verbindliche dritte Sprache. Die zwei Landessprachen (je nach Schulstandort Deutsch oder Französisch als Erstsprache, die andere als Zweitsprache) bleiben Pflicht; Englisch kommt dazu.
Die fünf Ausrichtungen
| Ausrichtung | Englisch-Status ab 2026 | Typische FH-Studiengänge |
|---|---|---|
| Technik, Architektur, Life Sciences | Neu Pflicht | Ingenieurwesen, Architektur |
| Natur, Landschaft, Lebensmittel | Neu Pflicht | Agronomie, Lebensmitteltechnologie |
| Wirtschaft und Dienstleistungen | War schon Pflicht — verstärkt | Betriebsökonomie, Wirtschaftsrecht |
| Gestaltung und Kunst | Neu Pflicht | Design, Mediengestaltung |
| Gesundheit und Soziales | Neu Pflicht | Pflege FH, Soziale Arbeit |
Über die gesamte BM-Ausbildung sind mehrere hundert Lektionen Englisch vorgesehen; die genaue Lektionenzahl legen die Schulen im Rahmen der kantonalen Vorgaben fest.
Blended Learning: Was offiziell anerkannt wird
Eine weniger beachtete, aber praktisch bedeutsame Neuerung: Der Rahmenlehrplan 2026 enthält erstmals Leitlinien für Blended Learning. Der Begriff "BM-Lektionen" wird so definiert, dass er digitale und hybride Lernformate einschliesst. Schulen können künftig einen Teil des Unterrichts online oder in gemischter Form anbieten — und das zählt offiziell zur Lektionenzahl.
Was das für Lernende bedeutet:
- Mehr Flexibilität bei Berufsbegleitenden Modellen
- Digitale Selbstlernphasen können auf Präsenzzeit angerechnet werden
- Qualität bleibt durch kantonale Validierung gesichert
Interdisziplinäre Projektarbeit (IDPA) 2026
Die IDPA bleibt zentrales Prüfungselement der Berufsmaturität. Neu kommt zur Präsentation eine Vertiefungsdiskussion hinzu — Lernende müssen ihre Arbeit nicht nur vorstellen, sondern auch vertiefte Fragen dazu beantworten.
Was sonst gilt:
- Mindestens zwei Fachbereiche müssen verknüpft werden
- Praxisbezug ist ausdrücklich erwünscht
- Digitale Tools sollen wo sinnvoll eingesetzt werden
Abschlussprüfungen: Mehr Einheitlichkeit
Bisher wurden schriftliche Abschlussprüfungen kantonal unterschiedlich gestaltet. Ab 2026 müssen sie kantonal oder interkantonal einheitlich vorbereitet und validiert werden. Das erhöht die Vergleichbarkeit und erleichtert interkantonale Anerkennung.
Übergangsregelungen: Wer ist betroffen?
| Situation | Geltende Regelung |
|---|---|
| BM-Beginn vor März 2026 | In der Regel Abschluss nach bisherigem Reglement (kantonale Übergangsregelung beachten) |
| BM-Beginn ab März 2026 | Neues System mit Englisch-Pflicht |
| BM 2 ab Schuljahr 2026/27 | Neues System |
| Verbindliche Auskunft | Berufsfachschule oder kantonales Mittelschul-/Berufsbildungsamt |
Kosten der Berufsmaturität
BM 1 (während der Lehre)
- Öffentliche Schulen: In der Regel kostenlos
- Lehrmittel: Ca. CHF 500–1'000
BM 2 (nach der Lehre)
- Öffentliche Schulen: Je nach Kanton CHF 0–3'000 pro Jahr
- Private Schulen: CHF 5'000–15'000 pro Jahr
Finanzierung
Bei knappen Mitteln lohnt sich der Blick auf:
- Stipendien (kantonal unterschiedlich — prüfen Sie das Stipendienportal Ihres Kantons)
- Arbeitgeberbeiträge (besonders bei berufsbegleitender BM 2)
- Bildungsdarlehen (z.B. über kantonale Förderinstitutionen)
Einen Überblick über Sparoptionen gibt auch der Sparkonten-Vergleich auf Checkeverything.ch.
Tipps zur Vorbereitung
Englisch frühzeitig aufbauen
Wer Englisch bisher wenig genutzt hat, sollte schon während der Lehre beginnen:
- Kurse an der Berufsfachschule oder privat
- Online-Angebote (kostenlos über kantonale Bibliotheken, z.B. Overdrive)
- Englischsprachige Fachinhalte lesen — passt zum jeweiligen Berufsfeld
Digitale Grundkenntnisse sichern
Der Rahmenlehrplan verlangt digitale Kompetenz fachübergreifend:
- Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationstools
- Je nach Ausrichtung: Statistiksoftware, CAD-Grundlagen, ERP-Systeme
- Datenkompetenz: Daten auswerten, Quellen bewerten
IDPA früh strukturieren
Die Vertiefungsdiskussion als neues Element erfordert mehr inhaltliche Tiefe. Wer die Arbeit früh plant und mit Lehrpersonen bespricht, was "vertiefte Fragen" bedeuten könnte, ist klar im Vorteil.
Gehaltsperspektiven nach der BM
Die Berufsmaturität öffnet den Weg zur Fachhochschule — das hat direkte Auswirkungen auf das spätere Einkommen. Laut Medianlohn Schweiz 2026 verdienen FH-Absolventinnen und -Absolventen im Schnitt deutlich mehr als Berufsleute ohne Tertiärabschluss. Der Bildungsinvestition steht also ein messbarer Gehaltsunterschied gegenüber.
Glossar
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| BM / Berufsmaturität | Eidgenössischer Abschluss, der zur FH berechtigt |
| BM 1 | BM während der beruflichen Grundbildung (Lehre) |
| BM 2 | BM nach der beruflichen Grundbildung |
| IDPA | Interdisziplinäre Projektarbeit — fächerübergreifende Abschlussarbeit |
| Rahmenlehrplan (RLP) | Vom SBFI erlassener Lehrplan für alle BM-Schulen |
| SBFI | Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation |
| Blended Learning | Kombination von Präsenz- und digitalem Unterricht |
| Vertiefungsdiskussion | Neues IDPA-Prüfungselement: vertiefte Fragen zur Arbeit |
| Verbundpartner | Bund, Kantone, Organisationen der Arbeitswelt |
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FAQ
Wann tritt die neue Berufsmaturitätsverordnung in Kraft?
Die revidierte Verordnung ist am 1. März 2026 in Kraft getreten. Verabschiedet wurde sie vom Bundesrat am 13. Juni 2025, gleichzeitig mit dem überarbeiteten Rahmenlehrplan durch das SBFI.
Muss ich Englisch nachholen, wenn ich schon in der BM bin?
Nein. Wer vor dem 1. März 2026 mit der BM begonnen hat, schliesst in der Regel nach dem bisherigen Reglement ab; massgebend ist die kantonale Übergangsregelung. Die Englisch-Pflicht greift für Lernende, die ab März 2026 (BM 1) bzw. ab Schuljahr 2026/27 (BM 2) neu starten.
Was passiert, wenn ich die BM 1 nicht bestehe?
Ab 2026 können Sie direkt in die BM 2 einsteigen, wenn Sie die BM 1 nicht bestanden haben. Provisorische Semesterpromotionen sind in der BM 2 neu ebenfalls möglich. Damit bleibt der Weg zur Fachhochschule offen.
Welche Ausrichtungen gibt es und ändert sich die Anzahl?
Die fünf Ausrichtungen bleiben unverändert bestehen: Technik/Architektur/Life Sciences, Natur/Landschaft/Lebensmittel, Wirtschaft und Dienstleistungen, Gestaltung und Kunst, Gesundheit und Soziales. Sie wurden inhaltlich überarbeitet, aber nicht fusioniert oder neu geschaffen.
Was genau ist Blended Learning in der BM 2026?
Der Rahmenlehrplan definiert, dass BM-Lektionen künftig auch digitale und hybride Lernformate einschliessen können. Schulen können also einen Teil des Unterrichts online anbieten — das wird offiziell zur Lektionenzahl gezählt. Lernende profitieren von mehr Flexibilität, besonders bei berufsbegleitenden Modellen.
Kann ich ohne Berufsmaturität an die Fachhochschule?
Die Berufsmaturität ist der Regelweg. Alternativen bestehen: Aufnahmeprüfungen (kantonal), Sur-Dossier-Aufnahme (selten, bei besonderer Berufserfahrung) und die Passerelle für den Wechsel zur universitären Hochschule. Verbindliche Auskunft gibt die jeweilige Fachhochschule oder das SBFI.
Was kostet die BM 2 an öffentlichen Schulen?
An öffentlichen BM 2-Schulen variieren die Kosten je nach Kanton zwischen CHF 0 und CHF 3'000 pro Jahr. Private Anbieter verlangen CHF 5'000–15'000 pro Jahr. Stipendien und Arbeitgeberbeiträge sind möglich — prüfen Sie das Stipendienportal Ihres Kantons.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde am 13. Juni 2026 aktualisiert und stützt sich auf offizielle Quellen des SBFI, des Bundesrats sowie des Bundesamts für Statistik (BFS). Änderungen durch kantonale Umsetzungen sind möglich.
Rechtlicher Hinweis: Stand Juni 2026. Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschliesslich zu Informationszwecken und ersetzen keine Bildungs- oder Rechtsberatung. Verbindliche Auskünfte zur Berufsmaturität erhalten Sie beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) unter sbfi.admin.ch oder bei Ihrer Berufsfachschule.
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