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Franchise Krankenkasse waehlen 2026: Break-Even-Rechner & Strategie

10 min
Lena Berger

Welche Franchise lohnt sich 2026? Prämien-Rabatte für CHF 300-2'500, Break-Even-Berechnung, KVG-Regeln. Konkreter Rechenweg für Erwachsene und Familien.

Franchise Krankenkasse waehlen 2026: Break-Even-Rechner & Strategie

Das Wichtigste in Kuerze

Die Franchise ist der Betrag, den Sie pro Jahr selbst tragen, bevor die Krankenkasse Leistungen aus der Grundversicherung uebernimmt. Fuer Erwachsene stehen sechs Stufen offen: CHF 300 / 500 / 1'000 / 1'500 / 2'000 / 2'500; fuer Kinder bis 18 Jahre: CHF 0 / 100 / 200 / 300 / 400 / 500 / 600. Je hoeher die gewaehlte Franchise, desto tiefer die Monatspraemie - der maximale Rabatt liegt aktuell bei rund CHF 1'540 pro Jahr bei Wechsel von CHF 300 auf CHF 2'500 (Quelle: BAG, Pruefung der Franchisen-Verordnung 2026). Wer nach Erreichen der Franchise weiter Leistungen bezieht, traegt zusaetzlich einen Selbstbehalt von 10 %, gedeckelt bei CHF 700 pro Jahr (Erwachsene) bzw. CHF 350 (Kinder). Der Break-Even - also der Punkt, ab dem sich die hoechste Franchise nicht mehr lohnt - liegt fuer einen Erwachsenen ohne chronische Beschwerden bei ungefaehr CHF 2'200 jaehrlichen Gesundheitskosten. Wer mehr Gesundheitskosten erwartet, faehrt mit der Standardfranchise CHF 300 besser.

Bezug zum Cluster: Dieser Artikel deckt die Franchise-Mathematik im Detail ab. Wenn Sie zuerst eine Methodik zum gesamten Krankenkassen-Vergleich (Modell, Region, Kasse, Unfalldeckung) brauchen, lesen Sie unseren Leitfaden Krankenversicherung vergleichen. Konkrete Praemienzahlen 2026 finden Sie im Artikel Krankenkassenpraemien 2026.

Was die Franchise rechtlich bedeutet

Die Franchise ist in der Schweizer Grundversicherung (OKP) im Krankenversicherungsgesetz (KVG, SR 832.10) verankert und in der Krankenversicherungsverordnung (KVV, SR 832.102), Art. 103-105 konkretisiert. Sie ist die jaehrliche Kostenbeteiligung, die Sie tragen, bevor die Krankenkasse einsetzt - daher der Begriff "ordentliche Franchise". Sie zaehlt nur fuer Leistungen aus der Grundversicherung. Zusatzversicherungen (VVG) wie Spital-Halbprivat, Zahn oder Komplementaer-Medizin laufen ueber separate Vertraege und eigene Selbstbeteiligungen.

Die Franchise wird auf den Behandlungszeitpunkt abgerechnet, nicht auf das Datum der Arztrechnung. Wer also im Dezember 2026 noch zur Untersuchung geht, aber erst im Februar 2027 die Rechnung erhaelt, deren Leistung wird dem Franchisen-Jahr 2026 zugeordnet (Quelle: BAG, Kostenbeteiligung in der Krankenversicherung).

Franchise-Stufen 2026 in der Schweiz

Versicherten-GruppeVerfuegbare Franchise-StufenStandard
Erwachsene (ab 26 Jahren)CHF 300 / 500 / 1'000 / 1'500 / 2'000 / 2'500CHF 300
Junge Erwachsene (19 - 25 Jahre)CHF 300 / 500 / 1'000 / 1'500 / 2'000 / 2'500CHF 300 (tiefere Grundpraemie)
Kinder (0 - 18 Jahre)CHF 0 / 100 / 200 / 300 / 400 / 500 / 600CHF 0

Die Stufen sind gesetzlich fix; einzelne Kassen koennen keine eigenen Beitraege festlegen. Was sich pro Kasse unterscheidet, ist nur der gewaehrte Rabatt auf die Standardpraemie - und das durch die jaehrliche OKP-Praemienrabatt-Verordnung des BAG gedeckelt.


Praemien-Rabatt pro Franchise-Stufe (Richtwerte 2026)

Die folgenden Rabatte sind Maximalwerte gemaess BAG-Verordnung. Einzelne Kassen koennen darunter bleiben, aber niemals darueber. Das BAG veroeffentlicht die zulaessigen Rabatte jaehrlich in der Franchisen-Verordnung.

FranchiseMax. Praemienrabatt / Jahr (Erwachsene)Zusatzrisiko ggue. CHF 300Netto bei 0 Gesundheitskosten
CHF 300Referenz (0)0- 0
CHF 500bis CHF 140+ CHF 200Ersparnis CHF 140
CHF 1'000bis CHF 490+ CHF 700Ersparnis CHF 490
CHF 1'500bis CHF 840+ CHF 1'200Ersparnis CHF 840
CHF 2'000bis CHF 1'190+ CHF 1'700Ersparnis CHF 1'190
CHF 2'500bis CHF 1'540+ CHF 2'200Ersparnis CHF 1'540

Quelle: BAG, Verordnung des EDI ueber die Krankenversicherung (Anhang Franchisen-Rabatt) sowie laufende jaehrliche Anpassung des BAG.

Wichtige Lesart: "Zusatzrisiko" ist die Differenz zwischen der hoeheren Franchise und der Standard-Franchise. Bei der CHF 2'500-Franchise tragen Sie also bis zu CHF 2'200 mehr selbst - im Gegenzug bekommen Sie bis zu CHF 1'540 Praemienrabatt pro Jahr. Solange Ihre Gesundheitskosten unter diesem Schwellenwert bleiben, lohnt sich die hoehere Franchise.


Selbstbehalt: der zweite Kosten-Hebel

Ueber die Franchise hinaus tragen Versicherte einen Selbstbehalt von 10 % auf alle weiteren OKP-Leistungen. Dieser Selbstbehalt ist nach KVV Art. 103 gedeckelt:

  • Erwachsene: maximal CHF 700 pro Jahr
  • Kinder (0 - 18): maximal CHF 350 pro Jahr
  • Junge Erwachsene (19 - 25): maximal CHF 700 pro Jahr

Damit liegt das maximale Eigen-Risiko eines Erwachsenen bei der Standardfranchise CHF 300 bei CHF 1'000 (300 + 700). Bei der hoechsten Franchise CHF 2'500 steigt das Maximum auf CHF 3'200 (2'500 + 700).

Sonderregel: Mutterschaft

Leistungen rund um Schwangerschaft und Geburt ab der 13. Schwangerschaftswoche sowie die ersten acht Wochen nach der Geburt sind vollstaendig von Franchise und Selbstbehalt befreit (Quelle: BAG, Mutterschaftsleistungen). Wer schwanger ist oder eine Schwangerschaft plant, sollte das im Vorjahr bei der Franchise-Wahl beruecksichtigen.

Sonderregel: Generika-Selbstbehalt

Wenn ein gleichwertiges Generikum verfuegbar ist, der Patient aber das teurere Originalpraeparat verlangt, kann der Selbstbehalt auf 20 % steigen. Dieser Differenz-Selbstbehalt zaehlt nicht in den CHF 700-Deckel (Quelle: BAG, Generika und Selbstbehalt).


Break-Even: ab wann sich eine hoehere Franchise nicht mehr lohnt

Die zentrale Frage: bei welchen jaehrlichen Gesundheitskosten ist die hoehere Franchise unter dem Strich gleich teuer wie CHF 300?

Formel

Break-Even (CHF) = Praemienrabatt + Standardfranchise + (Standardfranchise-Selbstbehalt) / 0.9

Vereinfacht: Sie zahlen mehr aus eigener Tasche, sparen aber Praemie. Der Schnittpunkt liegt dort, wo Mehrkosten und Praemienersparnis gleich gross sind.

Konkrete Rechnung pro Stufe (Erwachsene)

VergleichPraemienrabattBreak-Even (jaehrliche Gesundheitskosten)
CHF 300 → CHF 500CHF 140ca. CHF 460
CHF 300 → CHF 1'000CHF 490ca. CHF 1'210
CHF 300 → CHF 1'500CHF 840ca. CHF 1'660
CHF 300 → CHF 2'000CHF 1'190ca. CHF 2'010
CHF 300 → CHF 2'500CHF 1'540ca. CHF 2'200

Lesart: Bleiben Ihre jaehrlichen Gesundheitskosten unter dem Break-Even-Wert, ist die hoehere Franchise guenstiger. Steigen Ihre Kosten darueber, ist CHF 300 die bessere Wahl. Beachten Sie: der Break-Even ist eine vereinfachte Rechnung mit dem maximalen Rabatt. Bietet Ihre Kasse weniger Rabatt, sinkt der Break-Even entsprechend.

Beispiel: Annahme 1 Hausarztbesuch + 1 Generika-Rezept

  • Hausarztbesuch (TARMED Tarif inkl. Konsultation und kleinem Eingriff): rund CHF 130
  • Generika-Rezept: rund CHF 35

Bei CHF 165 jaehrlichen Gesundheitskosten und Franchise CHF 300 zahlen Sie alles selbst und haben keine Selbstbehalt-Berechnung. Sie nutzen die Krankenkasse de facto nicht. In dieser Situation ist eine hoehere Franchise (CHF 2'000 oder CHF 2'500) mathematisch fast immer richtig.


Familien: warum die Rechnung anders laeuft

Bei Familien ueberlagern sich mehrere Effekte:

  1. Kinder-Franchise ist 0 als Standard - der maximale Rabatt fuer CHF 600 Franchise liegt bei rund CHF 60 pro Jahr. Die Hebelwirkung ist gering, das Risiko aber real (Kinder werden oft erkaeltet, brauchen Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen).
  2. Familien zahlen mehr Praemie absolut - jeder Prozentpunkt Rabatt traegt staerker bei.
  3. Kostenrisiko ist haeufiger - mehrere Versicherte erhoehen die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine Person ueber die Franchise hinaus Leistungen bezieht.

Empfehlungs-Logik (nicht Empfehlung selbst)

| Profil | Tendenz | Begruendung | |--------|---------|-------------| | Erwachsene, gesund, selten beim Arzt | hohe Franchise CHF 2'000 - CHF 2'500 | Maximal-Rabatt schlaegt seltene Selbstkosten | | Erwachsene mit chronischer Therapie | CHF 300 | Sicher ueber Selbstbehalt-Deckel → kein Spielraum | | Schwangere oder Schwangerschaft geplant | CHF 300 | Mutterschafts-Befreiung gilt nur ueber Franchise, Standard sichert Routine-Termine | | Familien mit Kindern unter 12 | Eltern hohe Franchise, Kinder CHF 0 - 100 | Kinder-Risiko niedrig halten, Eltern-Praemie senken | | Junge Erwachsene ohne Vorerkrankung | CHF 2'000 - CHF 2'500 | Tiefe Grundpraemie + hoher Rabatt | | Aeltere ueber 60 ohne Beschwerden | CHF 1'000 - CHF 1'500 | Mittelweg zwischen Praemienersparnis und Reservekapazitaet |

Diese Tabelle ist eine Orientierung, keine Beratung fuer den Einzelfall. Wer sich unsicher ist, prueft die Vorjahres-Belastung der eigenen Krankenkassen-Abrechnung als Datenbasis.


Wann und wie kann ich die Franchise wechseln?

Die Franchise gilt jeweils fuer ein Kalenderjahr.

  • Erhoehung der Franchise: jeweils bis 30. November schriftlich der eigenen Kasse mitteilen, Wirkung per 1. Januar des Folgejahres.
  • Reduktion der Franchise: gleiche Frist, gleicher Ablauf - muss aber spaetestens 30. November bei der Kasse eintreffen (nicht Poststempel).
  • Kassenwechsel mit anderer Franchise: Frist fuer beide Vorgaenge ist der 30. November.
  • Ausnahme bei Praemienerhoehung: erhoeht die Kasse die Praemie, gilt ein ausserordentliches Kuendigungsrecht mit 30 Tagen Frist nach Bekanntgabe (typischerweise Oktober) - aber nur, um zu wechseln, nicht um die Franchise innerhalb derselben Kasse zu aendern.

Den korrekten Ablauf inkl. Mustertext fuer das Kuendigungsschreiben finden Sie in unserer Anleitung Krankenkasse wechseln Schritt fuer Schritt.


Haeufige Fehler bei der Franchise-Wahl

Hohe Franchise "weil Rabatt"

Der Rabatt ist nominal attraktiv, deckt aber bei Krankheit nicht annaehernd die Mehrkosten. Wer bereits eine bekannte chronische Therapie hat (z. B. Bluthochdruck-Medikamente, Asthma), erreicht jedes Jahr den Selbstbehalt-Deckel und faehrt mit CHF 300 sicher guenstiger.

"Hatte 2025 nichts → kann 2026 erhoehen"

Ein einzelnes gesundes Jahr ist kein Indikator. Unfaelle, Zahnbehandlungen aus medizinischen Gruenden (Schweregrad ueber Standard, ueber OKP gedeckt) oder kurzfristige Diagnosen koennen die Rechnung kippen. Eine hoehere Franchise lohnt sich nur als mehrjaehrige Strategie.

Franchise an die Praemienregion koppeln

Praemienregion und Franchise sind getrennte Hebel. Wer in eine teurere Region zieht, sollte zuerst die Modellfrage (Standard / Hausarzt / HMO / Telmed) pruefen, dann die Franchise. Mehr dazu in unserem Vergleichsleitfaden.

Junge Erwachsene auf CHF 300 lassen

Junge Erwachsene zahlen ohnehin tiefere Praemien, aber der absolute Rabatt einer hohen Franchise ist trotzdem in der Groessenordnung CHF 1'000+ pro Jahr. Wer studiert oder lehrt, ist statistisch sehr selten in Behandlung - eine hohe Franchise lohnt sich oft.

Kinder vergessen

Kinder-Franchise bleibt im Standard automatisch CHF 0. Wer Kinder hat, die selten zur Kontrolle gehen und keine Therapien beziehen, kann pro Kind rund CHF 60 pro Jahr Praemie sparen, indem die maximale Kinder-Franchise CHF 600 gewaehlt wird. Im Gegenzug muss man aber bereit sein, im Krankheitsfall bis zu CHF 600 (plus Selbstbehalt) selbst zu tragen.


Datenbasis: was die eigene Vorjahres-Abrechnung verraet

Jede Kasse stellt auf der Online-Plattform die Jahresabrechnung des Vorjahrs zur Verfuegung. Folgende drei Zahlen sind entscheidend:

  1. Bezogene OKP-Leistungen gesamt (CHF) - das ist Ihre persoenliche Risiko-Datenbasis.
  2. Anteil ueber der Franchise (CHF) - der Teil, auf dem 10 % Selbstbehalt anfaellt.
  3. Bereits gezahlter Selbstbehalt (CHF) - Indikator, ob Sie den Deckel erreicht haben.

Wer drei Jahresabrechnungen nebeneinander legt, hat eine Tendenz - nicht eine Garantie. Die Krankenkasse meldet diese Zahlen auch im Steuerausweis (Pos. Krankenkassenpraemien und Selbstbeteiligung), den Sie fuer die Steuererklaerung erhalten.


Vergleichsportale und neutrale Quellen

QuelleBetreiberEignet sich fuer
priminfo.admin.chBAG (Bundesamt fuer Gesundheit)Praemien-Rabatt jeder Kasse pro Franchise live abrufen
moneyland.chMoneyland AGVergleichsrechner mit Szenario-Funktion (verschiedene Franchisen)
comparis.chComparis AGSchnellvergleich, plus Erklaer-Ratgeber
Stiftung fuer Konsumentenschutz (SKS)Unabhaengige NGOMarktanalysen, Empfehlungen ohne Provision

Faustregel: Den Praemienrechner des BAG (priminfo.admin.ch) als Referenz nehmen - dort sehen Sie pro Kasse, Modell und Franchise den exakten Monatspreis ohne Werbeplatzierung. Private Vergleichsportale ergaenzen mit Szenarien.


FAQ: Franchise Krankenkasse Schweiz

Was ist die Franchise einfach erklaert?

Die Franchise ist der jaehrliche Selbstbehalt-Sockel: Bis zu diesem Betrag tragen Sie alle Kosten aus der Grundversicherung selbst. Danach uebernimmt die Krankenkasse - abzueglich 10 % Selbstbehalt, gedeckelt bei CHF 700 pro Jahr fuer Erwachsene.

Welche Franchise ist die richtige?

Mathematisch lohnt sich die hoechste Franchise (CHF 2'500) ab dem Punkt, an dem Sie weniger als rund CHF 2'200 Gesundheitskosten pro Jahr erwarten. Wer chronisch krank ist, regelmaessig Medikamente bezieht oder eine geplante Behandlung hat, bleibt mit CHF 300 sicherer. Massgebend ist immer die persoenliche Vorjahres-Datenbasis.

Wann kann ich die Franchise wechseln?

Die Anpassung muss spaetestens am 30. November schriftlich bei der Krankenkasse eintreffen. Die neue Franchise gilt ab dem 1. Januar des Folgejahres. Innerhalb des laufenden Jahres ist keine Anpassung moeglich - auch nicht bei Krankheit.

Wieviel Rabatt gibt es pro Franchise-Stufe?

Die maximalen jaehrlichen Rabatte 2026 fuer Erwachsene gemaess BAG-Verordnung: CHF 500 → bis CHF 140; CHF 1'000 → bis CHF 490; CHF 1'500 → bis CHF 840; CHF 2'000 → bis CHF 1'190; CHF 2'500 → bis CHF 1'540. Einzelne Kassen koennen weniger, aber nie mehr Rabatt gewaehren.

Gilt die Franchise auch fuer Notfaelle?

Ja. Auch Notfaelle (Notfallstation, Ambulanz, Notarzt) zaehlen in die Franchise und den Selbstbehalt. Ausgenommen sind ausschliesslich Leistungen rund um Schwangerschaft (ab 13. SSW bis 8 Wochen nach Geburt) und einzelne Praeventions-Massnahmen, die das BAG explizit von der Kostenbeteiligung befreit.

Was passiert, wenn ich die Franchise nicht ausschoepfe?

Nichts. Ueberschuesse werden nicht uebertragen. Die Franchise startet jedes Kalenderjahr neu bei 0. Wer 2026 keine Leistungen bezieht, beginnt 2027 wieder am Anfang - ein weiteres Argument fuer eine hohe Franchise bei systematisch geringer Inanspruchnahme.

Selbstbehalt: wie genau funktioniert er?

Sobald Ihre Franchise im Jahr aufgebraucht ist, beteiligen Sie sich an jeder weiteren OKP-Leistung mit 10 %. Beispiel: Rechnung CHF 1'000 nach Franchise → CHF 100 Selbstbehalt. Der Selbstbehalt ist auf CHF 700 pro Jahr fuer Erwachsene gedeckelt, fuer Kinder auf CHF 350. Bei Wahl-Generika ist der Selbstbehalt mit 20 % hoeher und zaehlt nicht in den Deckel.

Wie verhaelt sich die Franchise zur Praemienverbilligung?

Die individuelle Praemienverbilligung (IPV) des Kantons reduziert nur die Praemie, nicht die Franchise. Wer IPV erhaelt und CHF 2'500 Franchise gewaehlt hat, bekommt zwar die niedrigste Monatspraemie - traegt im Krankheitsfall aber die volle Eigenleistung. Konservative Empfehlung bei IPV-Bezug: niedrigere Franchise (CHF 300 oder CHF 500), um das Liquiditaetsrisiko zu begrenzen.


Fazit

Die Franchise-Wahl ist eine mathematische Frage mit Risiko-Komponente. Wer seine Gesundheitskosten realistisch einschaetzt - basierend auf dem Vorjahres-Verlauf, nicht auf Wunschdenken - findet die Franchise mit dem besten Erwartungswert. Bei jungen, gesunden Erwachsenen ist das fast immer CHF 2'500. Bei Familien, chronisch Kranken oder Schwangeren ist es fast immer CHF 300. Im Mittelfeld (Erwachsene 30 - 55, gelegentliche Arztbesuche, keine chronische Therapie) sind CHF 1'500 oder CHF 2'000 die diskussionswuerdigsten Stufen.

Naechster konkreter Schritt: Vorjahres-Abrechnung der eigenen Krankenkasse oeffnen, drei Zahlen pruefen (Leistungen, Anteil ueber Franchise, gezahlter Selbstbehalt). Dann auf priminfo.admin.ch den eigenen Setup-Vergleich machen: aktuelle Franchise vs. naechstmoeglich hoehere Stufe bei gleicher Kasse, dann bei Konkurrenz-Kassen.

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Hinweis: checkeverything.ch verlinkt Moneyland.ch im Rahmen einer Adtraction-Partnerschaft. Eine allfaellige Provision veraendert weder Empfehlungen noch redaktionelle Beurteilungen. Der Praemienrechner Priminfo ist provisionsfrei und vom Bund betrieben.

Weiterfuehrend: Krankenversicherung vergleichen (Framework) · Krankenkassenpraemien 2026 (Kantonszahlen) · Krankenkasse wechseln (Anleitung)

Quellen: Bundesamt fuer Gesundheit (BAG), Priminfo (priminfo.admin.ch), Krankenversicherungsgesetz (KVG, SR 832.10), Krankenversicherungsverordnung (KVV, SR 832.102, Art. 103-105), EDI-Verordnung ueber die Krankenversicherung, Stiftung fuer Konsumentenschutz (SKS). Letzte Aktualisierung: Mai 2026.

Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt weder eine Versicherungs- noch eine Rechts- oder Finanzberatung dar. Franchise-Rabatte, Selbstbehalt-Regeln und Praemien koennen sich jaehrlich aendern; verbindliche Werte fuer Ihre Situation finden Sie ausschliesslich bei der jeweiligen Krankenkasse, bei priminfo.admin.ch oder bei einer qualifizierten Versicherungsberatung.

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