PFAS Mikroplastik Schweiz 2026: Trinkwasser & Grenzwerte
PFAS-Trinkwasserwerte der TBDV, geplante neue Hoechstwerte, Aktionsplan PFAS (Bundesrat 2025), EU-REACH-Stand 2026. Was in der Schweiz konkret gilt.

- PFAS-Trinkwasser: Die Schweizer TBDV setzt aktuell Einzelwerte (PFOS 0,3 ug/l, PFHxS 0,3 ug/l, PFOA 0,5 ug/l). Geplant sind zwei neue Hoechstwerte: 0,1 ug/l fuer die Summe von 20 PFAS und 0,02 ug/l fuer die Summe der vier Stoffe PFOA, PFNA, PFHxS, PFOS.
- Aktionsplan PFAS: vom Bundesrat am 19. Dezember 2025 verabschiedet (Federfuehrung BAFU und BLV).
- BAFU schaetzt rund 14'000 Tonnen Mikroplastik-Emissionen pro Jahr in Schweizer Boden und Gewaesser; rund 74 Prozent stammen aus Reifenabrieb.
- EU-REACH-Universalbeschraenkung: RAC-Schlussgutachten am 2.3.2026, SEAC-Entwurf am 10.3.2026, Konsultation bis 25.5.2026; SEAC-Schlussgutachten Ende 2026 erwartet. Die Schweiz prueft die Uebernahme via ChemRRV.
- Praktisch: zertifizierte Naturkosmetik (BDIH, NaTrue, Ecocert), Edelstahl/Gusseisen statt beschaedigter Antihaft-Pfannen, Glasbehaelter statt fettfest beschichteter Verpackungen.
PFAS und Mikroplastik tauchen 2026 in immer mehr Schweizer Schlagzeilen auf: Trinkwasserproben mit Spuren von PFOS, neue BAFU-Berichte zum Reifenabrieb, Diskussionen ueber Loeschschaeume in Industrie und Feuerwehr. Wer praktisch verstehen will, was in der Schweiz jetzt gilt und was sich bis 2026/2027 aendert, braucht keine medizinische Beratung, sondern eine sauber sortierte Faktenlage.
Dieser Beitrag fasst die belegten Punkte zusammen: Welche Hoechstwerte gelten im Trinkwasser, welche PFAS-Anwendungen sind eingeschraenkt, was sagt die EU-REACH-Beschraenkung, woher kommt das Mikroplastik in Schweizer Gewaessern, und welche Konsumenten-Schritte sind tatsaechlich wirksam.
PFAS und Mikroplastik: Definition und Schweizer Kontext
Was PFAS sind und warum sie als Ewigkeitschemikalien gelten
PFAS steht fuer per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Die Familie umfasst mehrere Tausend Verbindungen mit einer gemeinsamen Eigenschaft: extrem stabile Kohlenstoff-Fluor-Bindungen, die in der Natur kaum abgebaut werden. Aus diesem Grund werden PFAS auch als "Ewigkeitschemikalien" oder "forever chemicals" bezeichnet.
Im menschlichen Koerper haben besonders untersuchte PFAS wie PFOA und PFOS Halbwertszeiten von mehreren Jahren. Das BAFU und das Bundesamt fuer Lebensmittelsicherheit und Veterinaerwesen (BLV) beobachten PFAS in Schweizer Boden, Gewaessern und Lebensmitteln im Rahmen des nationalen Beobachtungsprogramms NAQUA und kantonaler Messreihen.
Typische Anwendungen, in denen PFAS historisch eingesetzt wurden:
- Antihaft-Beschichtungen fuer Pfannen (z.B. PTFE/Teflon)
- Wasserabweisende Outdoor-Bekleidung und Imprägnierungen (DWR)
- Lebensmittelverpackungen mit Fett- oder Feuchtigkeitsbarriere
- Schaumloeschmittel der Feuerwehr (AFFF, "Aqueous Film Forming Foam")
- Galvanik, Halbleiter, Medizintechnik, Bauchemie
Mikroplastik: Definition, Quellen, Schweizer Zahlen
Mikroplastik bezeichnet Kunststoffpartikel kleiner als 5 mm. Das BAFU unterscheidet primaeres Mikroplastik (gezielt zugesetzt, z.B. fruehere Kosmetik-Microbeads) und sekundaeres Mikroplastik (entsteht durch Abrieb und Zerfall groesserer Kunststoffe).
Laut BAFU-Studien zu Kunststoff in der Umwelt liegt die Groessenordnung der jaehrlichen Mikroplastik-Emissionen in der Schweiz im Bereich von rund 14'000 Tonnen, mit Reifenabrieb als groesstem Einzelposten (rund 74 Prozent). Weitere relevante Quellen sind:
- Textilien aus Synthetik (Faserabrieb beim Waschen)
- Kosmetika und Reinigungsmittel mit Mikroplastik-Inhaltsstoffen (rueckläufig wegen EU-Beschraenkungen)
- Bau und Beschichtungen (Farben, Fassadenanstriche)
- Verpackungs- und Kunststoff-Abfall, der ueber Wind und Wasser zerfaellt
Trinkwasser und Lebensmittel: Was 2026 in der Schweiz konkret gilt
PFAS-Grenzwert im Schweizer Trinkwasser
Die zentrale Schweizer Regelung ist die Trink-, Bade- und Duschwasserverordnung des EDI (TBDV). Aktuell legt sie für einzelne PFAS Höchstwerte fest, nicht eine Summe: PFOS 0,3 ug/l, PFHxS 0,3 ug/l und PFOA 0,5 ug/l. Kantonale Lebensmittelinspektorate kontrollieren die Einhaltung.
Das BLV plant, diese Einzelwerte durch zwei summarische Hoechstwerte zu ersetzen, in Anlehnung an die EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184:
| Parameter | Hoechstwert | Status |
|---|---|---|
| Einzelwert PFOS | 0,3 ug/l | aktuell in Kraft (TBDV) |
| Einzelwert PFHxS | 0,3 ug/l | aktuell in Kraft (TBDV) |
| Einzelwert PFOA | 0,5 ug/l | aktuell in Kraft (TBDV) |
| Summe von 20 PFAS | 0,1 ug/l | geplant (neuer TBDV-Wert) |
| Summe der 4 Stoffe (PFOA, PFNA, PFHxS, PFOS) | 0,02 ug/l | geplant (neuer TBDV-Wert) |
Wichtig zur Einordnung:
- Ein Hoechstwert ist eine Sicherheitsschwelle, kein "neutraler" Wert. Liegt eine Probe darueber, muessen Versorger Massnahmen ergreifen (Quellenwechsel, Aktivkohlefiltration, Mischung).
- In einer BAFU-Auswertung des Grundwassers (NAQUA) ueberschritten nur 5 von 564 Proben (rund 0,9 Prozent) den geplanten EU-Summenwert von 0,1 ug/l; die aktuell geltenden TBDV-Einzelwerte wurden in keiner Probe ueberschritten. In der grossen Mehrheit der Schweizer Versorgungen liegt PFAS im Trinkwasser klar unter den Grenzwerten.
- Punktuelle Ueberschreitungen treten in einzelnen Regionen mit historischen Industrie- oder Loeschschaum-Belastungen auf.
- Aktuelle Messwerte fuer die eigene Gemeinde lassen sich beim kantonalen Lebensmittelinspektorat oder beim Wasserversorger erfragen.
PFAS in Lebensmitteln: TWI der EFSA als Bezugsgroesse
Fuer Lebensmittel gilt das Lebensmittelgesetz (LMG) und die Kontaminantenverordnung des EDI. Die Europaeische Behoerde fuer Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2020 einen tolerierbaren woechentlichen Aufnahmewert (TWI) von 4,4 ng/kg Koerpergewicht pro Woche fuer die Summe der vier PFAS PFOA + PFOS + PFNA + PFHxS abgeleitet. Schweizer Behoerden orientieren sich an diesem Wert.
Hauptaufnahmequellen sind nach EFSA-Auswertungen:
- Fisch (insbesondere Suesswasserfische aus belasteten Gewaessern)
- Eier und Fleisch
- Trinkwasser
- Obst, Gemuese und Getreide aus belasteten Boeden
Mikroplastik und Lebensmittel: Forschung statt Grenzwerte
Fuer Mikroplastik in Lebensmitteln gibt es derzeit keine verbindlichen Grenzwerte in der Schweiz oder EU. Studien haben Mikroplastik in Honig, Speisesalz, Mineralwasser und Bier nachgewiesen; gesundheitliche Effekte beim Menschen werden laufend untersucht. Das BAFU und BLV verfolgen Forschung und EU-Diskussionen, eine kurzfristige Grenzwert-Einfuehrung ist nicht angekuendigt.
Schweizer Aktionsplan und Verbote: AFFF, Kosmetik, REACH
BAFU-Aktionsplan PFAS und ChemRRV
Der Bundesrat hat am 19. Dezember 2025 einen Aktionsplan PFAS verabschiedet; die Federfuehrung liegt beim BAFU und BLV, weitere Bundesaemter (BAG, ARE) sind eingebunden. Er fokussiert auf:
- Reduktion der PFAS-Emissionen an der Quelle (Produkte, Industrie)
- Sanierung bekannter Belastungsstandorte (z.B. AFFF-Loeschplaetze, Galvanik-Altlasten)
- Ausbau der Ueberwachung in Wasser, Boden, Lebensmitteln und Klaerschlamm
- Einbindung der Schweiz in die internationale PFAS-Regulierung (REACH, Stockholm-Konvention, OECD)
Verbindliche Beschraenkungen werden ueber die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) umgesetzt. Diese verbietet bereits einzelne PFAS-Anwendungen und uebernimmt EU-Beschraenkungen schrittweise.
AFFF-Loeschschaeume mit PFAS
Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV, Anhang 1.16) verbietet bereits das Herstellen, Inverkehrbringen und Verwenden von Schaeumen, die PFOS, PFOA, C9-C14-PFCA oder PFHxS oberhalb bestimmter Massengehalte enthalten. Der Bundesrat plant eine weitergehende Beschraenkung von PFAS in Schaumloeschern und weiteren Anwendungen, analog zur EU. In der EU duerfen tragbare PFAS-Schaumloescher ab Oktober 2026 nicht mehr in Verkehr gebracht werden; PFAS-haltige Uebungsschaeume der Feuerwehr sind dort bis 23. April 2027 erlaubt. Feuerwehren und Industriebetriebe stellen ihre Bestaende zunehmend auf fluorfreie Alternativen (Fluorine-Free Foam, F3) um.
Begruendung: AFFF-Einsaetze sind die wichtigste punktuelle Eintragsquelle von PFOS/PFOA in Boden und Grundwasser. Schweizer und auslaendische Standortuntersuchungen zeigen entsprechende Belastungen rund um Flugplaetze, Tanklager und Feuerwehr-Uebungsplaetze.
Mikroplastik in Kosmetik: EU-Beschraenkung seit Oktober 2023
Die EU-Mikroplastik-Beschraenkung unter REACH (Verordnung (EU) 2023/2055) verbietet seit Oktober 2023 absichtlich zugesetztes Mikroplastik in einer Reihe von Produkten, mit gestaffelten Uebergangsfristen. Die Schweiz uebernimmt die Beschraenkung schrittweise via ChemRRV, sodass dieselben Produktkategorien betroffen sind.
| Produktkategorie | Verbot/Frist |
|---|---|
| Lose Glitzer und Mikrokuegelchen (Rinse-off-Kosmetik) | Seit 17.10.2023 verboten |
| Mikrobeads in abwaschbaren Kosmetika (Peelings) | Verbot wirksam, Uebergangsfristen abgelaufen |
| Mikroplastik in Rinse-off Kosmetik mit verbleibenden Polymeren | Stufenweise bis 2027 |
| Rinse-off Hautpflege | bis 2027 |
| Make-up und Lippenprodukte | bis 2035 |
| Granulat fuer Kunstrasen (Performance Infill) | Verbot ab 17.10.2031 (Uebergangsfrist 8 Jahre) |
Reine "verkapselnde" Filmbildner aus PFAS fallen unter eigene Beschraenkungen; die EU-REACH-Universalbeschraenkung (siehe naechster Abschnitt) wird hier zusaetzlich greifen.
EU-REACH PFAS-Universalbeschraenkung
Im Januar 2023 haben Deutschland, die Niederlande, Daenemark, Schweden und Norwegen bei der ECHA einen Vorschlag fuer eine universelle PFAS-Beschraenkung eingereicht. Der Vorschlag deckt rund 10'000 Stoffe ab. Das Verfahren ist 2026 in eine entscheidende Phase getreten: Der Ausschuss fuer Risikobeurteilung (RAC) hat sein Schlussgutachten am 2. Maerz 2026 angenommen, der Ausschuss fuer sozio-oekonomische Analyse (SEAC) seinen Entwurf am 10. Maerz 2026. Eine oeffentliche Konsultation lief bis 25. Mai 2026; das SEAC-Schlussgutachten wird gegen Ende 2026 erwartet. Beide Ausschuesse stuetzen eine EU-weite Beschraenkung, unterscheiden sich aber im Umfang der Ausnahmen fuer als unverzichtbar eingestufte Anwendungen (z.B. Halbleiter, Medizintechnik). Anschliessend entscheidet die EU-Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten.
Fuer die Schweiz heisst das: Sobald die EU eine Beschraenkung in Kraft setzt, prueft das BAFU die Uebernahme via ChemRRV. Branchen-Stakeholder (Scienceindustries, Swissmem, FH-Schweiz) sind eingebunden.
Konsumentenschutz: Was Sie selbst tun koennen
Wir geben keine medizinischen Empfehlungen. Die folgenden Schritte basieren auf BAFU-, BLV- und Konsumentenschutz-Hinweisen (z.B. Konsumentenforum, K-Tipp, SKS).
Kosmetik und Koerperpflege
- Produkte mit BDIH-, NaTrue- oder Ecocert-Zertifizierung schliessen PFAS und Mikroplastik nach ihren jeweiligen Standards aus.
- Inhaltsstofflisten lesen: Begriffe wie "PTFE", "Perfluoro...", "Polyfluoro...", "Fluoropolymer" sind PFAS-Hinweise. Bei Mikroplastik sind "Polyethylene", "Polypropylene", "Nylon-12", "Acrylates Copolymer", "Polymethyl Methacrylate" typische Eintraege.
- Smartphone-Apps wie ToxFox (BUND, DE) oder CodeCheck (CH) erlauben den Barcode-Scan im Laden.
Pfannen, Verpackungen, Haushalt
- Antihaft-Pfannen mit beschaedigter Beschichtung ersetzen (Kratzer, Abplatzungen). Intakte Pfannen bei moderater Hitze bleiben fuer den Hausgebrauch nach BfR/BLV-Einschaetzung vertretbar.
- Alternativen: Edelstahl, Gusseisen, Kohlenstoffstahl, keramische Beschichtungen (eigene Materialprofile).
- Lebensmittelverpackungen: Glas-/Edelstahlbehaelter fuer Lagerung; bei Take-away fettfeste Papierhuellen vermeiden, soweit moeglich.
- Backen: ungebleichtes Backpapier oder Silikon-Backmatten (kein PFAS-Vorkommen).
Trinkwasser
- Schweizer Leitungswasser entspricht der TBDV und ist nach Stand 2026 fuer den taeglichen Gebrauch sicher.
- Wer im Einzugsgebiet einer historischen Belastung (z.B. AFFF-Standort) wohnt: aktuelle Werte beim Wasserversorger anfragen.
- Wer zusaetzliche Filtration wuenscht: Aktivkohle-Filter koennen bestimmte PFAS-Verbindungen reduzieren, jedoch unterschiedlich wirksam je nach Kettenlaenge. Auf Filter mit ausgewiesener Pruefung nach NSF/ANSI 53/58 fuer "PFOA/PFOS reduction" achten.
Outdoor-Bekleidung
Viele Schweizer und internationale Marken (z.B. Patagonia, Mammut, Vaude) haben PFC-freie DWR-Imprägnierungen angekuendigt oder umgesetzt. Beim Kauf auf Labels "PFC-frei" oder "PFC-free" achten; Nachimprägnierung zuhause mit PFC-freien Produkten ist ueblich.
Cross-Linking: Wo PFAS und Mikroplastik in andere Themen reichen
PFAS und Mikroplastik beruehren in der Schweiz mehrere benachbarte Themenfelder:
- Gesundheits- und Krankenkassen-Kontext: Wer Vorsorge-Untersuchungen plant, findet allgemeine Informationen zum Schweizer System in unserem Beitrag zum Krankenversicherungsvergleich 2025 und zum Krankenkassenwechsel Schritt fuer Schritt.
- Konsumentenschutz-Aktualitaeten: Beobachten Sie Verbraucher-Meldungen von SKS, Konsumentenforum, FRC und ACSI.
- Wasserwirtschaft: Lokale Wasserversorger publizieren jaehrliche Trinkwasserberichte, die PFAS-Messungen enthalten koennen.
Haeufig gestellte Fragen
Was ist der PFAS-Grenzwert im Schweizer Trinkwasser?
Die Trink-, Bade- und Duschwasserverordnung (TBDV) legt aktuell Einzelwerte fest: PFOS 0,3 ug/l, PFHxS 0,3 ug/l und PFOA 0,5 ug/l. Das BLV plant zwei neue summarische Hoechstwerte: 0,1 ug/l fuer die Summe von 20 PFAS und 0,02 ug/l fuer die Summe der vier Stoffe PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS. Die kantonalen Lebensmittelinspektorate ueberwachen die Einhaltung; aktuelle Messwerte fuer Ihre Gemeinde erfahren Sie bei Ihrem Wasserversorger.
Sind PFAS im Schweizer Leitungswasser verbreitet?
PFAS lassen sich mit modernen Methoden auch in sehr geringen Konzentrationen nachweisen. In der grossen Mehrheit der Schweizer Versorgungen liegen die Werte deutlich unter dem TBDV-Hoechstwert. Punktuelle Ueberschreitungen gab es in einzelnen Regionen mit historischer AFFF- oder Industriebelastung; dort ergreifen Versorger entsprechende Massnahmen.
Sind AFFF-Loeschschaeume mit PFAS in der Schweiz verboten?
Schaeume mit PFOS, PFOA, C9-C14-PFCA oder PFHxS oberhalb bestimmter Massengehalte sind nach ChemRRV (Anhang 1.16) bereits eingeschraenkt. Der Bundesrat plant eine weitergehende Beschraenkung von PFAS in Schaumloeschern analog zur EU, wo tragbare PFAS-Schaumloescher ab Oktober 2026 nicht mehr in Verkehr gebracht werden duerfen. Feuerwehren und Betriebe stellen zunehmend auf fluorfreie Alternativen um.
Was passiert mit der EU-REACH-Beschraenkung fuer PFAS?
Der ECHA liegt seit Januar 2023 ein Vorschlag fuer eine universelle PFAS-Beschraenkung vor, die rund 10'000 Verbindungen abdeckt. 2026 ist das Verfahren weit fortgeschritten: Der RAC-Ausschuss hat sein Schlussgutachten am 2. Maerz 2026 angenommen, der SEAC-Ausschuss seinen Entwurf am 10. Maerz 2026; die oeffentliche Konsultation lief bis 25. Mai 2026. Das SEAC-Schlussgutachten wird gegen Ende 2026 erwartet, danach entscheidet die EU-Kommission. Die Schweiz prueft die Uebernahme via ChemRRV.
Wieviel Mikroplastik faellt in der Schweiz an?
Nach BAFU-Schaetzungen werden in der Schweiz jaehrlich rund 14'000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt emittiert. Reifenabrieb ist mit rund 74 Prozent die mit Abstand groesste Einzelquelle. Weitere relevante Eintragspfade sind synthetische Textilien, Bauchemikalien und Verpackungsabfall.
Sollte ich meine Antihaft-Pfannen entsorgen?
Nicht zwingend. Solange die Beschichtung intakt ist und Sie bei moderater Hitze kochen, ist nach Einschaetzung der zustaendigen Bundesaemter die Freisetzung gering. Beschaedigte Pfannen (Kratzer, Abplatzungen) sollten Sie ersetzen. Alternativen sind Edelstahl, Gusseisen oder Kohlenstoffstahl.
Hilft ein Wasserfilter gegen PFAS?
Aktivkohle-Filter koennen bestimmte PFAS-Verbindungen reduzieren. Die Wirkung haengt von Filtertyp, Standzeit und PFAS-Kettenlaenge ab. Wer einen Filter einsetzt, sollte ein Produkt mit unabhaengiger Pruefung (z.B. NSF/ANSI 53/58 fuer "PFOA/PFOS reduction") waehlen und den Wechselintervall einhalten. Bei einwandfreier Trinkwasserqualitaet ist ein Filter nicht zwingend noetig.
Quellen (oeffentlich zugaenglich, Stand Juni 2026):
- BAFU - Aktionsplan PFAS und Berichte zu Kunststoffeintraegen in die Umwelt
- BLV - Informationen zu PFAS in Lebensmitteln, Bezug auf EFSA-TWI 2020
- EDI - Trink-, Bade- und Duschwasserverordnung (TBDV)
- EU-Verordnung (EU) 2023/2055 zur Beschraenkung von Mikroplastik (REACH-Anhang XVII)
- ECHA - Vorschlag fuer eine universelle PFAS-Beschraenkung unter REACH (2023)
- BAG, BLV, EFSA - Stellungnahmen zu PFAS-Gesundheitsbewertungen
Haftungsausschluss: Dieser Beitrag liefert allgemeine Informationen (Stand Juni 2026). Er ersetzt keine medizinische, rechtliche oder behoerdliche Beratung. Regelungen koennen sich aendern.
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